Kemnath den 12 Febr 1829.
Erscheinen Wolfgang Pitterer von Bernwinkel und dessen Vater Johann Pitterer von da, für der die ledige Bauersstochster Anna Prieschant mit ihrer Mutter Katharina Prieschant von Köslar dann deren Beistand Johann Drästl von daher und geben zu Protokoll:
Der Johann Pitterer ist gezwungen, sein besitzendes Anwesen seinen bei Amt anwesenden Sohn Wolfgang käuflich abzutreten
Der Kaufschilling mit Inbegriff eines Wagens einer frage und meine Ruh. s. a. betragt 550 fl.
Hiervon müssen zur Angabsfrist bare 300 fl. erlegt werden, womit die vorhandenen Schulden abzuführen sind.
Der Rest mit 200 fl. wird in jährl. 14 fl. Fristen berichtiget, was aus den Gutsrenten Ueberschußen geschehen kann, wobei bemerkt wird, daß käufer die ersten 2. Fristen als Erbgut für sich in Abzug bringen darf.
Die bedungene Angabsfriß kann vom Käufer um so füglicher bezahlt werden, als ihm seine Braut die Bauurstochter Anna Pfeitschenk von Altenköslarn 200 fl: wahres Heirath gut, u. 100 fl als unverzinsliches Vorfahren in die Ehe bringt. Eine standesmäßige Ausfertigung erhält dieselbe abendschl.
Die Brautleute legen
- zwey Zeugniße über genossenen Schule und Religionsunterricht
- den Militärfalleßschein
- den Gemeindebeischluß
mit der Bitte vor, ihnen die Heurathskicenz und Ansäßigmachung zu ertheilen.
Der Vater des Bräutigams so wie die Mutter der Braut willigen gleichfalls in der Ehe und bestättigen die Angaben hinsichtl. der Kaufsumme, der Zahlungsart und des Heirathgutes auf beiden Seiten der Brautleute.
Zeugniß vielmehr Gemeindebeschluß
Dem Wolfgang Bitterer von Bernwinkl, welcher sich daselbst ansäßig machen und verehelichen will, wird hiemit bezeugt, daß derselbe sich jederzeit ordentlich und gut betragen habe, daher auch bei Unterzeichneter Gemeinde-Verwaltung keine Klage gegen ihn geführt wurde; derselbe ist uns vielmehr als ein sparsamer Mann bekannt, welcher sich auf seinem erkauften Anwesen zu Bernwinkl hinlänglich ernähren könne, und wir ihm bey seinem Heurathsgesuche kein Hinderniß in Wege legen.
Grub den 5ten Februar 1829
Die Gemeinde-Verwaltung zu Feilersdorf
Adam Ott, Gemeindevorsteher
Georg Schmidt, Pfarrer